Folge 28: Linker Populismus schafft keine einzige neue Wohnung - mit Prof. Dr. Stefan Kooths
Shownotes
In Berlin wird wieder über die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen gestritten. Doch würde eine Enteignung tatsächlich die Wohnungsnot lindern – oder am Ende vor allem die Steuerzahler teuer zu stehen kommen?
Darüber spricht Steffen Dähne mit Prof. Dr. Stefan Kooths vom Kiel Institut für Weltwirtschaft. Kooths hat eine aktuelle Studie zu den ökonomischen Folgen einer Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen in Berlin geleitet.
Im Gespräch erklärt er, warum die großen privaten Wohnungsunternehmen aus seiner Sicht keine relevante Marktmacht besitzen, weshalb eine Vergesellschaftung keine einzige zusätzliche Wohnung schafft und warum vor allem die heutigen Mieter der betroffenen Wohnungen profitieren würden. Es geht um Insider und Outsider auf dem Berliner Wohnungsmarkt, staatlich subventionierte Mieten, mögliche Milliardenkosten für Berlin und die Frage, warum eine Entschädigung deutlich unter dem Verkehrswert auch weit über Berlin hinaus Folgen für Eigentumsschutz und Investitionen in Deutschland haben könnte.
Außerdem: Was bedeuten die Pläne für private Wohnungseigentümer und Kleinvermieter in Berlin? Müssen auch sie sich Sorgen um ihr Eigentum machen? Und welches Signal sendet eine Vergesellschaftung an Aktionäre, Pensionsfonds und die ohnehin schwach ausgeprägte Aktienkultur in Deutschland?
Und: Was wäre die Alternative? Mehr staatlicher Wohnungsbau – oder endlich bessere Bedingungen für private Investitionen und mehr Neubau?
Zum Weiterlesen:
Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft:
Hier klicken:
Präsentation von Prof. Dr. Stefan Kooths zur Studie:
Hier klicken:
Transkript anzeigen
00:00:00: Denn dadurch entsteht ja keine einzige zusätzliche Wohnung.
00:00:05: Etwa fünfzig Prozent des Verkehrswertes sollen entschädigungslos in öffentliches Eigentum überführt werden.
00:00:12: Das ist ein völliger Unfroh, übelster Populismus.
00:00:23: In Berlin wird gerade darüber gestritten, ob große Wohnungsunternehmen vergesellschaftet werden sollen.
00:00:38: Doch niemand spricht darüber, ob das tatsächlich die Mieten senken würde und was es eigentlich die Stadt kostet?
00:00:44: Ich möchte darüber heute mit einem Experten sprechen über den ich mich sehr freue hier als Gast im Podcast.
00:00:49: Prof.
00:00:49: Dr.
00:00:49: Stefan Kurz ist Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur & Wachstum am Kiel-Institut für Weltwirtschaft und er hat eine aktuelle Studie zu den ökonomischen Folgen einer Vergesellschaftung geleitet und vorgelegt.
00:01:02: Lieber Professor Kurz, herzlich willkommen bei frei heraus!
00:01:05: Hallo Schön, dass Sie hier sind.
00:01:06: Vielleicht als Einstiegsfrage vorne weg?
00:01:08: Menschen die Marktwirtschaft und Eigentumsrechte sinnvoll halten wie wir beide wundern sich ja so ein bisschen, wie man auf die Idee kommen kann große Unternehmen, große Immobilienunternehmen zu enteignen.
00:01:18: können sie vielleicht ganz kurz einmal skizzieren?
00:01:20: Wie kommen die Linken eigentlich darauf in Berlin?
00:01:23: Warum glauben die das eine gute Idee ist?
00:01:25: Nun
00:01:25: privat eigentoben steht ja im Sozialismus gerade nicht hoch im Kurs sondern ganz im Gegenteil.
00:01:31: Man hat einen tiefsitzenden Misstrauen gegenüber Marktprozessen Und Marktprozesse können nur in Gang kommen, wenn man ein Privateigentum hat.
00:01:40: Die Vorstellung der Linken ist hier das Preissignal, was sich auf Märkten bildet schon als das eigentliche Problem erkennen.
00:01:50: Dabei sind Preise ja immer nur das Symptom eines darunterliegenden Problems nämlich das Wohnraum in Großräumen wie hier in Berlin, derzeit besonders knapp sind.
00:02:02: Das signalisiert das Preissegnal Und gibt damit normalerweise dann Anreize mehr Wohnraum zu bauen und auch mit dem gegebenen Wohnraum so wirtschaftlich wie möglich umzugehen.
00:02:14: Und man meint, indem man einfach im bestimmten Teil des Marktes jetzt verstaatlicht, kann man auch staatlich die Mieten vorgeben und damit sei das Problem gelöst.
00:02:25: Das ist aber eben gerade nicht der Fall denn dadurch entsteht ja keine einzige zusätzliche Wohnung.
00:02:33: Wohnungsmarkt herrscht, bleibt weiterhin bestehen.
00:02:36: Die einzigen die davon kurzfristig profitieren sind diejenigen, die das Glück haben bereits in einer dann verstaatlichten Wohnung zu leben oder künftig eine solche zu ergattern.
00:02:47: aber eine wirkliche Entlastung des Marktes ist das natürlich nicht.
00:02:50: Jetzt
00:02:50: haben Sie und Ihre Kollegen am Institut in Kiel eine Untersuchung dazu vorgelegt.
00:02:54: können Sie uns ganz kurz ein kleines bisschen erzählen zu welchen Erkenntnissen sie kommen?
00:02:57: Oder vielleicht zuerst welche Fragen Sie versucht haben zu beantworten?
00:03:00: Also wir haben uns zunächst einmal angeschaut, ob man etwa das Marktmachtargument heran führen kann um diese Enteignung oder wie gesagt diese Vergesellschaftung zu begründen und kommen zu dem Ergebnis dass die privaten übrigen Vermieter praktisch dieselben Preise aufrufen oder sich dort dieselben preise bilden.
00:03:22: Wie bei den großen wohnungsbauunternehmen da gibt es keinen systematischen Unterschied.
00:03:27: Marktmachtargument wäre, weil die Großen so groß sind können sie den Mietern die Mieten diktieren und zwar über dem was ich sonst in einem wettbewerblichen Markt herausbilden könnte.
00:03:39: das wäre dann zwar noch kein Grund für eine Vergesellschaftung sondern müsste eigentlich das Kartellamt hinschauen.
00:03:43: aber wir wollten erst mal überhaupt genauer verstehen sich die Situationen am Berliner Mietenmarkt darstellt und da sehen wir eben, ja es gibt einen Unterschied zwischen den landeseigenen und den privaten aber eben den privarten insgesamt.
00:03:59: So das ist schon mal wichtig!
00:04:01: Und dann fragt man sich ja wie kommt es denn zu diesen Unterschieden?
00:04:04: Nun das hängt sehr stark damit zusammen dessen erheblicher Teil der kalkulatorischen Mieten.
00:04:09: wenn man sich also überlegt was steht an Kosten hinter der Bereitstellung von Wohnraum dass natürlich die Zinsen eine große Rolle spielen.
00:04:19: Wohnungen sind ein sehr langlebiges Wirtschaftsgut, binden also sehr viel Kapital.
00:04:24: Demzufolge sind die Zinskosten dort wichtig und hier gibt es immer die Illusion der Staat könne sich günstiger am Kapitalmarkt finanzieren als die Privaten das können.
00:04:37: Das ist für sich genommen zwar richtig aber nicht weil der Staat ein geringeres Projektrisiko hat bei der Bereitstellung von Wohnraum.
00:04:45: natürlich Risiken, Mietausfälle, Sanierungsbedarfe, Zinsänderungen – alles Mögliche.
00:04:52: Die dort eine Rolle spielen.
00:04:54: Der Staat, wenn er Wertpapiere verkauft an Anleger kann ja immer auf die gesamten Steuerzahler zurückgreifen.
00:05:03: Das heißt den Anlegern schauen nicht auf das Projektrisiko also was der Staat tatsächlich mit dem Geld macht sondern die wissen solange es immer noch genügend Steuerzahlen gibt müssen, dass das Geld zurückgezahlt wird und auch die Zinsen regelmäßig gezahlt werden.
00:05:19: Die schauen dann eben nicht darauf ob der Staat das Geld sinnvoll einsetzt oder nicht und dadurch ergibt sich ein künstlicher Zinsvorteil- oder Kapitalkostenvorteile für den Staat.
00:05:30: Das bedeutet aber nichts anderes als dass hier die Allgemeinheit in Form der Steuerzahler eine Subvention bezahlt dafür, dass einige die dann in diesem vergesellschafteten Wohnungen leben günstigere Mieten bekommen können.
00:05:42: Nichts, das irgendwelchen Knappheitsverhältnissen am Markt entspricht.
00:05:45: Sondern ein krasser staatlicher Eingriff.
00:05:48: und dann haben wir uns ein bisschen international umgeschaut.
00:05:51: Gibt es überhaupt Vorbilder dafür?
00:05:53: Antwort Nein gibt es nicht!
00:05:55: Und im Gegenteil die internationale Evidenz ist ganz klar dort wo der Staat meint Marktergebnisse überschreiben zu müssen weil ihm die Preissignalen nicht gefallen und dann eingreift in Mieten da gibt's verschiedene Varianten führt auf die mittlere Frist immer dazu, dass der das Gesamtangebot dann schrumpft.
00:06:14: Weil es unattraktiver wird Wohnungen bereitzustellen und das müssen alle miteinander ausbaden weil das Gerangel um die kleiner werdenden Wohnungskuchen immer größer wird.
00:06:25: Und den analytisch saftigsten Teil der Studie bildet dann die Untersuchung.
00:06:30: was könnte man denn alternativ machen wenn man jetzt diesen staatlichen Mitteleinsatz heranzieht.
00:06:38: Das heißt noch nicht, dass man das machen sollte aber nur einfach mal als eine Alternativstrategie nämlich in dem der Staat dann wirklich zusätzliche Wohnungen baut mit dem Geld was er jetzt dafür einsetzen müsste um sie dem bisherigen Privaten abzunehmen und kommt dann zu den wenig überraschenden Ergebnisse, dass das da natürlich insgesamt das Mietniveau in Berlin senken würde.
00:07:05: Das ist nicht einfach eine Platte Rechnung, Betrag x durch was kostet eine Wohnung.
00:07:09: Sondern es ist schon sehr genau zugeschnitten auch auf mögliche Verdrängungseffekte und sonstige Parameter die für Berlin gelten.
00:07:17: Und deshalb ist eben hier auch das Ausmaß interessant gewesen dass man in den Blick zu nehmen und nicht nur einfach das vorzeichen.
00:07:23: das war vorher klar und wir haben uns natürlich auch angeschaut um welche Verkehrswerte geht es?
00:07:33: Krasse Diskrepanz, sichtbar etwa fünfzig Prozent des Vermögens sollen dann jetzt aktuell.
00:07:39: Verkehrswerte sollen dann eingezogen werden.
00:07:42: Daraus ergibt sich überhaupt erst für den Staat die Möglichkeit Für längere Zeit mieten unter dem Marktniveau zu halten.
00:07:49: auch da ist nicht klar ob das nicht sogar noch zu einem Zuschussgeschäft also zu weiteren Einschusspflichten durch das Land Berlin folgen muss.
00:07:58: Das hängt ganz stark davon ab, auch wie man dann die Mieten weiterlaufen lässt – also keinen Selbstläufer.
00:08:04: und daraus ergibt sich leider auch weil eben hier ein konfiskatorisches Element vorliegt etwa fünfzig Prozent des Verkehrswertes sollen entschädigungslos in öffentliches Eigentum überführt werden.
00:08:19: Das ist natürlich ein sehr problematisches Signal für den Standort Deutschland.
00:08:26: Wir sind in den internationalen Rankings leider in den vergangen Jahren immer weiter abgerutscht.
00:08:31: Wir sind jetzt beim AMD Ranking auf Platz drei und zwanzig angekommen, das was immer noch wie ein Fels in der Brandung steht ist die Eigentumssicherheit, die Rechtsstaatlichkeit letztendlich die Qualität unserer marktwirtschaftlichen Institutionen.
00:08:49: Und dass würde damit erheblichen Kratzer bekommen weil dann eben nicht mehr klar ist dass jemand, der in Deutschland ein Kapitalstock aufbaut, den dann auch entsprechend selber in eigener Regie bewirtschaften und daran verdienen kann.
00:09:04: Und wenn gesagt wird, Wohnungen sind ja kein Gut für jedes andere – das gilt im Prinzip für jedes gut!
00:09:09: Aber wenn es dann insbesondere um Infrastrukturen geht, Verkehrsinfrastruktur oder auch Elektrizitätsversorgungssysteme, dann müsst ihr jeder internationale Investor aber auch jeder nationalen Investor befürchten Wenn es hart auf hart kommt, bin ich möglicherweise ein Teil meines Vermögens los.
00:09:25: Das wird die Anleger natürlich dazu bringen höhere Risikopreise zu verlangen und damit wird jetzt unmittelbar im Zweifel auch der private Wohnungsbauteuer teurer weil eben Risikoprämien in die Zinsen hinein kalkuliert werden müssen und andere Projekte möglicherweise auch.
00:09:44: also der Standort Deutschland wird da mit insgesamt beschädigt.
00:09:47: Ich finde, das ist auch ein Aspekt der in der öffentlichen Debatte bisher für meinen Geschmack noch zu wenig Beachtung findet.
00:09:55: Man könnte ja sagen so okay da sollen die verrückten Linken in Berlin mal machen.
00:09:58: Da werden die Berliner Wähler schon sehen was sie davon haben.
00:10:01: aber es wird ja möglicherweise folgen wie Sie's gerade erklärt haben für ganz Deutschland.
00:10:07: Es wird ja auch die Investitions- und Standardbedingungen werden ja auch in Bayern Baden-Württemberg und Hessen dadurch nicht besser sondern eher Problematischer, wenn ich sie richtig verstanden habe.
00:10:18: So muss man das auf jeden Fall befürchten.
00:10:21: also allzu genau wird man dann wahrscheinlich nicht unterscheiden können welchem Bundesland da gerade welche Regierung agiert.
00:10:31: und ja das ist ein sehr problematisches Signal weil der Standort faktisch sagt es gerade schon der uns bislang eben noch erhalten geblieben ist.
00:10:39: wo wir unter den Top fünf Ländern weiterhin mitspielen können ist unsere Rechtssicherheit, unser Eigentumsschutz.
00:10:46: Und für Linke ist das sicherlich kein Problem, die würden sagen jetzt noch der Buckets of Feature.
00:10:51: wir wollen ja auch gar kein privates Kapital anziehen um damit zum Beispiel Infrastrukturen auf auszubauen etwa im Rahmen von Public Private Partnersche.
00:11:01: oder dass was wir schon seit langem in der Gemeinschaftsdiagnose der großen Borschungsinstitute immer wieder anregen nämlich viel stärker in die Entgeltfinanzierung von Infrastrukturen zu gehen, Nutzerfinanzierungen statt Steuerfinanzierungs, um damit eben auch private, privates Kapital zumobilisieren.
00:11:21: All solche Ideen, die dem Standort helfen würden, die insbesondere helfen würden – die Steuerlast, die Steuerquote in Deutschland wiederzudämpfen, das würde damit torpedoidiert.
00:11:35: Ja, das ist problematisch.
00:11:37: Für diejenigen, die davon überzeugt sind, dass man in einer marktwirtschaftlichen Ordnung zu mehr Wohlstand kommt und zwar zu mehr Massenwohlstand kommt nicht nur für die oberen Sente aus sind.
00:11:47: Die können im Zweifel sowieso ihre Koffer packen, das Land verlassen und woanders in der Welt ihre Zelte wieder aufschlagen sondern für die, die darauf angewiesen sind, sich hier am Standort produktiv sein können ihrer Arbeitskraft insbesondere zu guten Löhnen verkaufen zu können, um es mal ganz profan zu sagen.
00:12:06: Die würden darunter leiden wenn Deutschland als Investitionsstandort weniger attraktiv wird?
00:12:12: Ich würde gerne nochmal nachfragen zu Ihrer Studie konkret.
00:12:15: Wenn ich Sie richtig verstanden habe ist das Vergleichs-Szenario mit dem sie sozusagen das Enteignungsszenario vergleichen.
00:12:21: Ja eins in dem massiv der staatliche Wohnungsbau ausgebaut wird.
00:12:27: Das ist ja jetzt nicht so ganz das marktwirtschaftliche Alternativ-Szenario.
00:12:32: Wie kommt das?
00:12:32: Weil eigentlich in meinem Kopf wäre die Alternative zur Enteignung ja nicht der Start baut, ganz viele Wohnungen sondern der Staat verbessert massiv die Bedingungen für privaten Wohnungsbau.
00:12:42: Genau das sagen wir auch im Gutachten.
00:12:44: Wir wollten uns nur mal illustrieren dass dieser Mitteleinsatz wenn man überhaupt schon der Meinung ist der Staat sollte sich hier engagieren dass dann der Mitteleinsatz eben falsch ist, indem man einfach bestehenden Wohnraum vergesellschaftet.
00:13:01: Das folgt zu einem dreigliedrigen Schema das nicht nur Ökonomen kennen sondern vor allen Dingen auch Juristen gut kennen.
00:13:07: Man schaut erst mal eine Maßnahme überhaupt geeignet ein Ziel zu erreichen da kommen wir schon zu dem Ergebnis Ist nicht geeignete weil es ja gerade das Knappheitsproblem gar nicht entschärft.
00:13:19: Es ist auch sozialpolitisch überhaupt nicht zielgenau Weil es ja gar nicht danach fragt, ist jemand bedürftig?
00:13:28: Welche ökonomische Leistungsfähigkeit hat jemand sondern einfach nur danach geht.
00:13:33: Wer zufällig in einer dann vergesellschafteten Wohnung lebt der bekommt eine Subvention und alle anderen schauen ihn die Röhre.
00:13:39: also wie ich geeignet ist es erforderlich als Hilfsgutachten sozusagen.
00:13:44: wenn man sich über den ersten Punkt mal hinweg setzen würde Dann reicht ja schon eine alternative Maßnahme, die weniger Eingriffsintensiv wäre.
00:13:53: Und das wäre hier der Fall statt zu vergesellschaften Eingriffe in die Eigentumsordnung vorzunehmen dann als Staat dieses Geld selber für zusätzliche Investitionen zu verwenden und da kommt man zum Ergebnis bessere Ergebnisse als die in Rede stehende Maßnahme der Vergesellschaftung.
00:14:10: Also auch hier, die Erfordertigkeit würde das als Kriterium sofort sagen dass es ungeil ist eben nicht so rechtfertigen ist.
00:14:19: und im dritten abermals selbstweisen Prüfschritt kommt dann noch mal die Behältnismäßigkeit im engeren Sinne.
00:14:26: da werden also auch schädliche Nebenwirkungen geprüft wie etwa die auf das Investitions Standing Deutschlands und auf allen drei Stufen kommen wir immer wieder zu denselben Ergebnis.
00:14:36: Das ist eine unvernünftige Maßnahme, aber es ist völlig klar die beste und marktwirtschaftlich sauberste Lösung wäre natürlich dafür zu sorgen den privaten Wohnungsbau zu vereinfachen durch Flächenfreigabe, durch Regulierungsvereinfachung also weniger Standard so dass es billiger wird zu bauen.
00:14:55: Wir kalkulieren im Gutachten auch was das in etwa kosten würde kostendeckend, freier am Markt neuen Mietwohnraum zu schaffen.
00:15:05: Das ist eben wesentlich teurer als die bisherigen Bestandsmieten sind und demzufolge ist das ein etwas umfassenderer Prüferfahren.
00:15:16: aber daraus darf man jetzt nicht ableiten.
00:15:18: wir würden empfehlen dass der Staat jetzt als Wohnungsbauunternehmen auftritt
00:15:23: Alles klar.
00:15:25: Wenn Sie jetzt nochmal einmal zusammenfassen würden, also was wären aus Ihrer Sicht oder Aus Sicht des Gutachtens das Sie vorgelegt haben die Folgen für die Berlinerinnen und Berliner wenn die Pläne der Linken umgesetzt werden?
00:15:38: Vielleicht so, ne?
00:15:39: Also wir haben es gerade schon gesagt, dass wird wahrscheinlich am Mietmarkt wird es wird es knapper werden Sie haben verschiedene Folgen ja eben schon auch.
00:15:49: Ja,
00:15:49: ich will noch meinen weiteren Aspekt reinbringen der das aber glaube ich ganz gut abrundet was wir hier machen.
00:15:56: Der Start treibt einen weiteren Keil in den Berliner Mietmarkt.
00:16:00: Er führt dazu dass es dann ein freien Wohnungsmarkt gibt der kleiner wird wo sich die Mieten nach dem bilden Was ist eben braucht um privatwirtschaftlich Wohnung bereitzustellen.
00:16:10: Privatwirtschaftlich heißt nichts anderes als in einer Weise, in der alle relevanten Kosten auch abgedeckt werden können.
00:16:17: Also, wo Ressourcen in den Bereich gelenkt werden, wo sie den Menschen am wichtigsten sind – das steht ja immer hinter einer marktwirtschaftlichen Lösung und eben einem staatlich dominierten Bereich, der dadurch größer wird.
00:16:29: Und das erhöht sogar noch die sogenannten Insider-Outside Probleme, die wir in massiver Weise am Wohnungsmarkt haben.
00:16:36: Auch das haben wir nochmal gesondert untersucht.
00:16:38: Das damit ist gemeint.
00:16:40: Die Neuvertragsmieten deutlich höher als die Altvertragsmietnien.
00:16:46: Das heißt, Menschen werden so lange wie es geht in ihren Wohnungen bleiben selbst dann wenn sich vielleicht durch geänderte Lebensumstände die Wohnungsanforderungen geändert haben.
00:16:58: Man wohnt vielleicht noch in einer großen Wohnung weil die Kinder ausgezogen sind, auch weil der Partner verstorben ist und hat noch einen günstigen Altmietvertrag.
00:17:10: Wenn man jetzt umziehen würde, eine kleinere Wohnung damit ihr auch Platz machen würdet für diejenigen, die mehr Wohnraum brauchen junge Familien beispielsweise wenn man dann das Signal bekommt dann einen entsprechend hohen Neu-Vertrags Miete abzuschließen die über dem des Alten liegt Dann kann man von niemandem erwartet dass er darauf einsteigt.
00:17:31: Auch das ist aber das Ergebnis staatlicher Regulierung also übermäßiger Protektion Bestands- oder Altmieten gegenüber den Neuvertragsmieten.
00:17:40: Das führt zu diesen sogenannten Insider, Outside der Problemen.
00:17:44: also die, die bereits eine Wohnung haben werden geschützt und die anderen bleiben buchstäblich draußen vor der Tür Und das hat auch gesamtwirtschaftlich negative Folgen weil wir denn die räumliche Mobilität von Arbeitskräften dadurch einschränken.
00:17:57: Also stellen sich vor sie bekommen in einer anderen Stadt einen lukrativen neuen Job angeboten wo Sie mehr verdienen können aber Die der Mehrverdienst wird schon aufgefressen dafür, dass sie von einer günstigen Altmietvertrag dann wieder in eine Neuvertragssituation kommen.
00:18:16: Dann wechseln Sie eben nicht und Sie haben dann gesamtwirtschaftlich das Ergebnis, dass die Menschen nicht dort arbeiten wo sie am produktivsten sind sondern dort wo sie von der bestimmten Startlinie Regulierung profitieren.
00:18:27: Damit stehen wir uns alle miteinander selber im Weg barrikadieren die Mechanismen, die sonst am Markt dafür sorgen dass wir aus unseren Möglichkeiten das Beste herausholen.
00:18:38: Und deshalb zahlen wir am Ende unterm Strich alle drauf.
00:18:41: also auch denjenigen jetzt protägiert werden haben auf Dauer nichts davon und werden ja mehr oder weniger in ihren bisherigen Umständen eingeschränkt dadurch dass freie Wahl sich zu verändern durch staatliche Regulierung unnötig teuer wird.
00:19:05: Wenn ich sie richtig verstanden habe, was jeder Berliner gut kennt, nämlich die langen Schlangen zu einer Wohnungsbesichtigung wenn eine attraktive neue Wohnung auf dem Wohnungsmarkt kommt und frei ist zur Miete.
00:19:18: Da stehen lange Schlangen davor.
00:19:19: das hat jeder schon mal gesehen stand in Zweifel auch schon mal drin und hat sich überlegt was jetzt zu tun ist um da zum Zuge zu kommen und hat den Kopf geschüttelt über diese Zustände.
00:19:28: Genau das wird ja durch die Vorstellung, durch die Pläne der Linken nicht verbessert oder nicht verändert.
00:19:33: Wenn ich Sie richtig verstanden habe?
00:19:35: Richtig!
00:19:36: Im Gegenteil – die Leute, die dann in den neu vergesellschafteten Wohnungen leben, wo ja die Idee ist dass man auch ein Mietstopp verhängt für alle landeseigenen, die werden dann kürzester Zeit wenn man das durchhalten möchte zu Subversionsgräbern werden weil Dieser Wohnraum lässt sich nicht der Wirtschaften mit den dann vorgeschrieben und eingefrorenen Nieten, die werden also dann Jahr für Jahr in den Staatssäckel greifen müssen.
00:20:03: Die sozusagen werden protegiert und zwar völlig unabhängig von ihrer Einkommensposition übrigens so dass das eben auch alles sozialpolitisch hinten und vorne nicht zusammenpasst.
00:20:15: Und ja damit wird insgesamt Berlin unattraktiver übrigens für die, die man ja dringend braucht.
00:20:24: Zuwanderung hochqualifizierte Zuwannerung.
00:20:28: Da spielt eben auch die Verfügbarkeit von Wohnraum eine Rolle.
00:20:33: und wenn alle dann in ihren landeseigenen Wohnungen sitzen und die nun im äußersten Fall wieder frei geben Dann ist eben zu wenig Bewegung möglich für ein Land das sich entdeckeln möchte.
00:20:46: Ja Jetzt gibt es ja auch in Berlin Menschen, die ihre Wohnung gekauft haben.
00:20:52: Private Besitzer von Wohneigentum.
00:20:55: Jetzt gibt's vielleicht auch in Berlin Menschen, wie vielleicht auch eine Mietwohnung gekauft habe als Altersvorsorge um sie zu vermieten sozusagen also kleinen Vermieter.
00:21:06: welche Folgen hätten die Pläne der Linken für diese Menschen?
00:21:12: Müssen die sich auch Sorgen machen
00:21:15: Die müssen sich erst mal keine Sorgen machen, dass durch die Vergesellschaftung jetzt irgendwie die Mieten im übrigen frei finanzierten Wohnungsraum betroffen wären.
00:21:24: Damit ist nicht zu rechnen!
00:21:26: Sie müssten sich allenfalls Sorgen das erst die Großen trifft... als Familien, als Immobilieneigentümer und man dann vielleicht auf die Idee kommt warum eigentlich nur die Großen.
00:21:35: Wir haben ja so ganze Studie gezeigt dass die übrigen Vermieter die gleichen Mieten am Markt haben was ja auch kein Wunder ist.
00:21:44: weil sich eben für ein einheitliches Gut in einem Markt auch einheitliche Preise bilden ist von daher sozusagen nicht so verwunderlich.
00:21:53: und das man dort dann zugreift dass man da eher vor Zurückschreckt hat sicherlich auch den Grund administrativ noch viel aufwendiger ist, das dann durchzusetzen.
00:22:04: Und die Widerstände natürlich noch viel größer sind.
00:22:06: hier wird ja immer... Es gab vor kurzem ein Interview oder ein Podcast oder so etwas also eine Einlassung einer... Ich glaube es war auch eine Politikerin der Linken, die meint sie sich deepest darüber freute dass man jetzt dem Vorstandsvorsitzenden seinen Luxus wegnehmen könnte.
00:22:24: Also der wird davon überhaupt nicht betroffen sondern es geht um die Eigentümer dieser Wohnungsbaugesellschaften.
00:22:31: Das können im Zweifel auch Pensionsfonds sein, die dort für wen auch immer die Ersparnisse angelegt haben.
00:22:38: also da sieht man schon mal welches Unverständnis überhaupt auch über die eigentliche Eigentumsverhältnisse hier besteht.
00:22:47: Also das ist ein
00:22:48: Aktionär, ne?
00:22:49: Wo Nuihe ist.
00:22:52: Völlig klar, also wer immer dort investiert ist würde dann den entsprechenden Vermögensverlust hinnehmen müssen.
00:22:59: Also auch für die Aktienkultur in Deutschland sicher nicht kein gutes Zeichen.
00:23:05: Ob man sich tatsächlich an die vielen Tausenden von privaten Kleinvermietern heran machte hat natürlich mehr Widerstand dann auch in der Bevölkerung zu.
00:23:12: aber wenn man denen sagt eure Wohnung wird jetzt eingezogen und ihr bekommt die Hälfte des aktuellen Marktwertes erstattet, übrigens erstattelt nicht im Sinne von einer Zahlung auf das Konto sondern in Form von einer hundertjährigen Annoitätenanleihe.
00:23:31: Das führt noch mal dazu dass der eigentliche Erstattungsbetrag wenn man ihn jetzt auf seinen marktwirtschaftlichen Kern zurückführt dadurch dass sie das Geld nicht sofort haben, sondern erst im Laufe der nächsten Hundert Jahre zurückbekommen.
00:23:45: Das hat auch noch mal eine deutliche Entwertung zur Folge von, ich glaube vier bis fünf Milliarden Euro haben wir dort ausgewiesen.
00:23:53: Die allein die Art und Weise der Vollzugs der Entschädigung auch nochmal mit sich bringt.
00:23:59: also wenn man das dann den vielen tausend privaten Kleinvermietern vorsetzen würde wäre wahrscheinlich der Widerstand noch einmal ein bisschen größer weil man dann auch nicht so stark auf diese antikapitalistischen Ressentiments abstellen könnte, wie man das derzeit meint tun zu können.
00:24:16: Das betrifft nur die bösen Großen und wir hätten es auch nicht anders verdient.
00:24:22: Es ist ein völliger Unfug, übelster Populismus, der hier Platz greift und da wird man wahrscheinlich von den kleinen Vermietern zurückschrecken.
00:24:37: Was wir auch sehen müssen, ist Mietwohnungen werden ja nicht dadurch bereitgestellt, dass man einmalig ein Ausbaut oder kauft und es dann einfach stehen lässt.
00:24:47: Sondern er muss kontinuierlich in ein Gebäude investieren um es bewohnbar zu halten.
00:24:54: wenn das nicht ausreicht, also wenn die Mieten nicht ausreichen um diese Instandsetzung dieser Nährung immer wieder zu finanzieren Substanzverzehr voranschreiten.
00:25:06: Es kann sich ja noch einiges ergeben, beispielsweise bei der energetischen Sanierung aber auch wenn es um Barrierefreiheit und Ähnliches geht wo man eben kontinuierlich in ein solches Objekt investieren muss.
00:25:18: private machen das von ganz alleine weil sie wollen ihr auch kontinually mieten.
00:25:21: dafür einnehmen.
00:25:22: Das können Sie nicht Wenn dann die Schäden immer größer werden.
00:25:26: kein privater Investor ist sein Kapitalstock einfach so verrotten.
00:25:31: Das sehen wir vor allen Dingen bei der staatlichen Infrastruktur über die vergangenen zwanzig Jahre, dass das so geschehen ist.
00:25:36: Das würde kein privates Unternehmen jemals zu zulassen seinen Maschinen oder Immobilienpark einfach soweit runterzurocken bis es gar nicht mehr sanierungsfähig ist sondern praktisch neu gebaut werden muss.
00:25:46: und das droht hier eben auch, dass wir dann irgendwann Teile des Immobilianbestandes auch qualitativ immer weiter sich verschlechtern sehen.
00:25:57: das ist übrigens auch das ergebnis der internationalen erfahrung die man überall einsammeln kann.
00:26:02: Das
00:26:03: klingt wirklich alles sehr problematisch muss man schon sagen.
00:26:05: wenn man, wenn man ihn zuhört dann kann einem da nur angst und bange werden.
00:26:09: deswegen würde ich zum abschluss sie vielleicht gerne noch mal um ihre einschätzung bitten.
00:26:14: erwarten Sie dass sich die linken da tatsächlich damit durchsetzen?
00:26:18: wird das wirklich so kommen?
00:26:19: oder denken sie irgendwie setzt sich die Vernunft doch noch durch oder vielleicht sind auch die praktischen Hürden so groß.
00:26:25: Wie ist da Ihre Einschätzung?
00:26:27: Das ist eine schwierige Frage, also wir sind viermal im Jahr mit unseren Konjunktur- und Wachstumprognosen draußen.
00:26:34: Da trauen wir uns zu etwas über die Zukunft zu sagen.
00:26:38: wie hier die politischen Verhandlungsergebnisse ausfallen werden es sehr schwer zu beurteilen.
00:26:47: wenn sie mich vor eine Monat gefragt wäre, hätten ob es überhaupt Koalitionsverhandlungen gibt oder jetzt Sondierungen gibt.
00:26:56: Solange diese massiven Urwürfe im Raum stehen mit Blick auf Antisemitismus in Blick auf Verbindung zur Klangkriminalität hätte ihn vermutlich gesagt also das ist eigentlich unvorstellbar dass sich die beiden anderen Parteien die jetzt sondieren überhaupt darauf einlassen.
00:27:14: nun haben sie sich aber drauf eingelassen Und das erschwert das.
00:27:18: Von daher muss ich den Zuhörern leider sagen, ich kann ihnen diese Risikoabwägung nicht abnehmen.
00:27:26: Das ist so eine schwierige Polit-, auch politökonomische Gemengelage.
00:27:33: da würden wir wahrscheinlich nichts Besseres tun können als abzuwarten und auch an die Vernunft aller Akteure zu appellieren dass das was vielleicht für einige auf den ersten Blick wie eine gute Lösung aussieht dann aber mittel- und langfristig für alle Beteiligten.
00:27:49: Das muss man immer wieder sagen, es geht ja nicht um oben gegen unten, gegen arm, gegen reich oder so etwas sondern dass wir insgesamt damit unseren Standort belasten.
00:27:58: Professor Kurz das ist ein tolles Schlüsselwort eine ganz kleine Hoffnungsschimmer am Ende.
00:28:04: Dankeschön!
00:28:04: Für die Klarheit in der Analyse möchte auch immer allen ihr Gutachten zur Lektüre empfehlen.
00:28:11: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben und uns das heute erklärt haben.
00:28:14: sehr gerne.
00:28:15: Und das, liebe Hörerinnen und Hörern war die achtundzwanzigste Folge von Freiharaus.
00:28:19: Dem Podcast von R-Einundzwantzig der Lenkfabrik für neue bürgerliche Politik.
00:28:23: Wenn Ihnen unser Gespräch gefallen hat abonnieren Sie frei heraus auf der Plattform Ihres Vertrauens!
00:28:28: Und wenn sie unsere Arbeit fördern möchten helfen wir uns auch finanziell Denn r-einund zwanzig ist als unabhängige Denkfaprik auf private Spenden angewiesen.
00:28:35: Auf unserer Homepage können Sie Fördermitglied werden oder direkt spenden.
00:28:38: Ben Wir haben noch sehr viel vor.
00:28:40: Mein Name ist Steffen Dehne.
00:28:41: Vielen Dank für Ihr Interesse und bis zum nächsten Mal.
Neuer Kommentar