Folge 23: Nach Sachsen-Anhalt: Was jetzt passieren muss – mit Andreas Rödder
Shownotes
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellt das deutsche Parteiensystem vor eine grundlegende Frage: Wie kann politische Veränderung wieder möglich werden, wenn klare Mehrheiten verschwinden und notwendige Reformen in politischen Blockaden stecken bleiben? In dieser Sonderfolge von „Frei heraus“ spricht R21-Geschäftsführer Steffen Dähne mit dem Historiker und Leiter von R21 Andreas Rödder darüber, was jetzt passieren muss. Braucht Deutschland den Mut zu Minderheitsregierungen und wechselnden Mehrheiten? Können klare rote Linien die Brandmauer ersetzen? Und muss die Bundesregierung jetzt eine konsequente Reformagenda verfolgen – notfalls auch um den Preis eines Koalitionsbruchs? Die These dieser Folge: Ein „Weiter so“ reicht nicht mehr. Die demokratischen Parteien haben die Möglichkeit, Reformfähigkeit zurückzugewinnen und politische Veränderung wieder möglich zu machen. Dafür braucht es jetzt den Mut, neue Wege zu gehen. Fragen, Anregungen oder Kritik per E-Mail an podcast@denkfabrik-r21.de Homepage Denkfabrik R21: https://denkfabrik-r21.de/
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00:00:00: Die dritte Möglichkeit, Friedrich Merz tut jetzt das was er vor der Wahl angekündigt hat.
00:00:07: Ein
00:00:07: Politikwechsel zugunsten einer konsequenten Reformpolitik.
00:00:12: Das
00:00:13: ist
00:00:13: mit Risiko verbunden aber es ist die Chance für seine Regierung historische Bedeutung zu gewinnen.
00:00:30: Sie hören an dieser Stelle eine neue Stimme, mein Name ist Steffen Dehne und ich darf in die Fußstapfen meines Vorgängers Martin Hagen treten.
00:00:38: Ich bin Geschäftsführer von R-Ainundzwanzig der Denkfabrik für neue bürgerliche Politik.
00:00:43: Und ich möchte sie heute zur XXIII Folge unseres Podcastes begrüßen.
00:00:46: In dieser Sonderfolge spreche ich mit Professor Doktor Andreas Röder über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
00:00:51: Andreas Rörder is nicht nur Leiter und Gründer unserer Denkfarbrik für Neue bürgernische Politik Er ist Professor für neuste Geschichte an der Universität Mainz und er ist vor allem, ich denke das ist keine Übertreibung einer der profiliertesten Analysten der dramatischen Veränderungen des Parteien-Systems die wir seit einigen Jahren beobachten.
00:01:09: Es könnte deshalb kaum einen besseren geben um über die Ergebnisse des Wahlabends in Magdeburg zu sprechen Und vor allem über die Frage, was folgt daraus für unser Land?
00:01:19: Liebe Andreas schön dass du da bist an diesem Wahlabend um über die Ergebnisse zu sprechen.
00:01:24: Es ist das will ich gleich zu Beginn transparent sagen gerade zehn Minuten nach null Uhr und die Eindrücke des Wahlabends sind bei uns beiden noch ganz frisch Was es heute in Sachsen-Anhalt passiert und vielleicht die zentralste aller Fragen Warum ist es passiert?
00:01:39: Andreas bitte schön.
00:01:41: Zunächst einmal auch von meiner Seite aus ein ganz herzliches Willkommen, lieber Steffen.
00:01:45: Ich freue mich, dass du bei R-Einundzwanzig an Bord bist und dass du diesen Podcast übernimmst.
00:01:51: Das ist eine große Ehre für mich das ich den ersten Podcast und das auch noch an diesem Abend heute mit dir machen darf!
00:01:57: Ja, heute Abend ist etwas Historisches passiert.
00:02:01: die Wähler in Sachsen-Anhalt haben die Brandmauer gesprengt.
00:02:05: Das führt zu einer unkontrollierten Sprengung der Brandmauer, anstatt sie kontrolliert abzutragen.
00:02:12: Also das ist das eine die Sprängeln der Brandmauer?
00:02:16: Die führt zugleich zur Identitätskrise der Parteien diesseits der Brandmayer, der sogenannten demokratischen Mitte weil diese Brandmau in den letzten Jahren doch so etwas wie ein Identitäzzymbol in Deutschland geworden ist.
00:02:32: Und das ist jetzt abgewählt worden.
00:02:35: Da müssen sich die anderen Parteien in ganz erhebliche Maße neu sortieren und im besonderen Maße gilt es für die CDU, für die ist dieses Wahlergebnis des maximale Desaster weil sie sich auf der einen Seite mehr als halbiert hat.
00:02:50: Auf der anderen Seite aber wahrscheinlich nach wie vor eine zentrale Rolle in Sachsen-Anhalt spielt und sich zu diesem Wahlergibtes verhalten muss.
00:02:59: Kann man vielleicht auch sagen, du hast die Brandmauer jetzt genannt.
00:03:02: Ein Identitätsmerkmal des bisherigen Parteinsystems.
00:03:06: kann man sie vielleicht auch so eine Art Kondition-Syniquanon der bisherigen Politik in allen deutschen Parlamenten nennen.
00:03:12: Die Einhaltung der Brandmau war das allerwichtigste Ziel und alles weitere musste dahinter zurückstehen.
00:03:17: ich denke da zum Beispiel auch an mutige Reformen ein spürbarer Entlastungen.
00:03:21: würdest du damit gehen?
00:03:22: Kann man das so sagen?
00:03:24: Ja ganz definitiv, ich meine die Brandmauer hat ja dazu geführt.
00:03:28: Friedrich Merz hat das auf dem Parteitag der CDU in Stuttgart im März ganz deutlich gesagt, dass die CDU Zustimmung Koalitionen ausschließlich bei Parteien links der Union, d.h.
00:03:40: im gegenwärtigen Bundestag ausschliesslich bei der SPD sucht.
00:03:44: D.h.,
00:03:46: exklusiv an die SPD gebunden und damit natürlich jegliche Form von strategischer Handlungsfähigkeit aufgegeben, die darin gelegen hätte dass man mit unterschiedlichen Optionen spielen kann.
00:03:59: Das heißt die Brandmauer hat dazu geführt die Handlungsspielräume der Politik zu verengen und wenn ich auf das System schaue dadurch am Ende etwas ganz Entscheidendes verhindert nämlich Regierungswechsel, das heißt echte Regierungswechse.
00:04:15: Weil der Raum aus dem Koalitionen gebildet worden sind immer enger geworden sind.
00:04:20: nur wenn wir auf Demokratien schauen dann ist der friedliche Regierungs Wechsel ein ganz entscheidendes Element von Demokratien.
00:04:28: es ist das entscheidende Element für die Korrektur Fähigkeit von Demokratie und Demokratien leben nicht von ihrer Effizienz sondern davon dass sie sich korrigieren können durch Regierungswechsel.
00:04:41: und wenn dann die Regierungswechsl ausfallen, dann bekommt die Demokratie ein Problem.
00:04:47: Insofern ist die Brandmauer tatsächlich ein demokratietheoretisches Problem
00:04:51: geworden.".
00:04:52: Jetzt haben sich heute Abend in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal fast mehr Menschen aus freien Stücken auf der anderen Seite der Brandmau versammelt – das ist sicher das einschneidendste Erlebnis heute Abend!
00:05:03: Kann man was sagen?
00:05:04: Warum?
00:05:04: Wo kommt diese Unzufriedenheit her oder was ist das Hauptmotiv aus deiner Sicht?
00:05:09: Nun, wir rätseln ja seit langem woran das bei der AfD jetzt liegt.
00:05:13: Ob das wirtschaftliche Gründe sind oder ob das kulturelle Gründe ist, ob die AfD die abgehängten oder auch die Mittelschichten vereinigt?
00:05:23: Ich glaube was man einigermaßen gesichert sagen kann, ist dass es sich bei AfD-Wählern um Menschen handelt, die sich von der etablierten Politik und den etablierten Parteien nicht gesehen und nicht gehört fühlen.
00:05:39: Menschen sind.
00:05:39: Das hat jetzt eine Studie der Universität des Saarlandes ergeben, die in einem weiteren Sinne um den Verlust der Ordnung fürchten.
00:05:48: Egal ob das der Ordnungsverlust durch unkontrollierte Migration ist oder ob es der Verluste wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung ist, der mit dem bevorstehenden China-Shock zusammen hängt oder ob Diese Sorge vor dem Verlust der Ordnung und die Enttäuschung über die etablierten Parteien, plus – jetzt sind wir wieder bei der Frage des Regierungswechsels – die mangelnden Alternativen.
00:06:20: Das alles zusammen hat wohl Menschen dazu gebracht, dass sie enttäuscht sind von den etabliersenden Parteien und sich daher der AfD zugewendet
00:06:29: haben.".
00:06:31: Ich würde vielleicht auch noch ergänzen, dass aus einem Regierungswechsel nicht auch ein Politikwechsel folgt.
00:06:36: Das ist ja das Entscheidende.
00:06:37: Das meinte ich vorhin mit echter Regierungswächse aber du hast es jetzt nochmal richtiger formuliert, nochmal treffender gesagt.
00:06:43: Ein Regierungswechsel der wirklich auch einen Politikwechsel ist und das ist hier auch die große Enttäuschung des letzten Jahres gewesen.
00:06:49: Friedrich Merz hat den Regierungs Wechsel als Politikwechsel angekündigt und es ist ein Regierungs- wechsel mit einem nur sehr bedingten Politikwechsel geworden.
00:07:00: Jetzt kommt natürlich die Frage aller Fragen.
00:07:03: Was ist jetzt zu tun?
00:07:04: Was sind die Folgen aus deiner Sicht?
00:07:06: Ich würde mir vorschlagen, dass wir uns ein bisschen auf die Bundespolitik konzentrieren.
00:07:08: Da kennen beide uns besser aus als in der Landespolitik.
00:07:13: Wie blickst du auf die Politik?
00:07:15: Die
00:07:16: Frage ist, was müssen die Folgen sein und was werden sie?
00:07:19: Die entscheidenden Spieler bundespolitisch wenn wir auf die Bundesregierung schauen sind natürlich die Unionsparteien und die SPD.
00:07:26: Ich fange bei der SPD an.
00:07:28: da sieht es ja im Moment so aus als wenn Generell nach links zieht und deshalb weniger Reformpolitik wollen wird, egal ob das jetzt Babelbars oder Lars Klingweil selber durchführen.
00:07:42: Oder ob es zum Sturz der Parteiführung kommt und damit einer neuen Parteifführung ein Mandat gegeben würde, weniger Reformpolitik im Sinne von Friedrich Merz zu machen.
00:07:53: Das würde Friedrich Merz natürlich endgültig in die Bridolier bringen.
00:07:57: Noch einmal, wir hatten vorhin gesagt er hat sich exklusiv an dieser SPD gebunden.
00:08:02: aber wie weit kann diese Bindung geben wenn die SPD selbst die Grundlagen verlassen würden auf die sie sich jetzt mühsam mit der Union geeinigt hatte?
00:08:15: So, so steht aber dann Friedrich Merz vor der Wahl und insofern ist tatsächlich die CDU die entscheidende Kraft der entscheidenden Spieler auf denen es jetzt ankommt.
00:08:24: Und Friedrich Merts und die CDU haben im Grunde sagen wir drei Möglichkeiten.
00:08:29: Möglichkeit eins ist das ist die Variante auf die Friedrich-Merz gehofft haben wird dass man diese Wahl den Sachsen-Anhalt irgendwie isolieren und dass man die regionalisieren kann die in Berlin dass man im Grunde weitermachen kann wie bisher und das diese Regierung dann zumindest mit moderaten Reformen weiter vorankommen könnte.
00:08:54: Ich will das gar nicht kleinreden, dieser Art von Model-Through ist eigentlich der Normalmodus von Politik in vielen Ländern und zu vielen Zeiten.
00:09:03: aber ich zweifle sehr daran ob in den Zeiten die wir gerade erleben das tatsächlich der angemessen Modus ist.
00:09:11: Denn erstens hatten wir ja gerade schon davon gesprochen, dass ich sehr daran zweifle ob die SPD noch auf Dauer dazu in der Lage sein wird selbst eine solch moderate Reformpolitik mitzutragen und vor allen Dingen setzt es die Erosion der Union fort.
00:09:29: Es reden ja viele in der Union schon davon das jetzt schon und zwar vor der Wahl die Union am Rande der Todeszone ist.
00:09:36: Mit dieser Wahl hat sie definitiv einen Schritt in diese Todeszone hineingetan.
00:09:42: Das heißt, bei dieser Art von Politik ist das Risiko der schleichende Tod dieser Regierung und damit auch der Union.
00:09:51: Zweite Möglichkeit, die ja jetzt immer schon irgendwie hochgejetzt wird ist die Frage eines Kanzlerwechsels in der Hoffnung auf verbesserte Sympathiewerte eines anderen Kandidaten.
00:10:02: Ein verbessertes Kommunikationsverhalten von jemandem anderes als Friedrich
00:10:07: Merz.".
00:10:08: Ich würde sagen, ich glaube dieser Art von Personaldiskussionen die wir da jetzt wieder erleben das ist Denken inside the box.
00:10:16: Das ist auch eine Art von business as usual der jetzt wieder von den handelnde Personen die eine durch die andere zu ersetzen.
00:10:24: Ich glaube dass es zu wenig und selbst wenn dann jemand für ein halbes Jahr bessere Popularitätswerte haben würde das wird die Probleme nicht lösen.
00:10:33: dafür wäre dann eine dritte Option die Lösung.
00:10:39: Friedrich Merz hat ja selbst am Samstag noch erst gesagt, dass diese Bundesregierung Gewissheit über die Richtung der Regierungspolitik entwickeln würde.
00:10:49: und diese dritte Option könnte ja daran bestehen das diese Gewissheid über die richtung der Regierungpolitik darin läge zurückzukommen zu den Wahlversprechen mit denen friedrich merz angetreten ist das heißt eine entschlossene bürgerliche Reformpolitik und der versprochene Politik wechseln.
00:11:06: So, jetzt wird man sagen das ist aber doch, habt ihr doch gerade selbst gesagt mit der SPD nicht möglich?
00:11:12: Ja, das ist richtig!
00:11:14: Eine solche Kursbestimmung würde... Die Bereitschaft zum Koalitionsbruch voraussetzen.
00:11:21: Sie würde die Bereitshaft voraus setzen, eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten zu führen und sie würde sogar die Bereutschaft voraursetzen im Zweifelsfall auf Neuwahlen zu gehen.
00:11:32: Das würde aber heißen dann mit einer glaubwürdigen Vision für ein zukunftsfähiges, wettbewerbsfähiges Deutschland das auf Verbesserung der Produktivität auf Konsolidierung und Wachstum in Deutschland setzt.
00:11:48: Mit einer Vision unser Land wieder zukunftspfähig zu machen um die Zustimmung der Bürger zu werben.
00:11:54: Jetzt kann man sagen, das ist doch unrealistisch.
00:11:56: Es gibt auch keine Mehrheit für Reformpolitik?
00:11:59: Ja und das wäre eine Politik die ins Risiko geht, die mit Mut vorangeht, die Strategie und Führung entwickelt und dabei wie gesagt dieses Risiko auch eingeht zugleich aber darum kämpft Zustimmung für eine solche als richtig erkannte Politik in der Bevölkerung zu finden.
00:12:18: Das ist ein Risiko.
00:12:19: ich sage das nochmal Aber das wäre die Chance dass die Kanzlerschaft von Friedrich Merz doch noch historische Bedeutung gewinnen könnte, denn die Bedeitung einer Kanzlerschaft hängt nicht an ihrer Länge sondern daran ob man das Richtige auf den Weg gebracht hat.
00:12:35: Wow also Mut zu spürbaren Reformen!
00:12:37: Das ist für dich eine der großen Lektionen dieses Wahlabends?
00:12:42: Ja und es noch einmal, es würde heißen diese Regierung müsste ins Risiko gehen.
00:12:46: Aber ich darf als Historiker sagen das wäre Strategie Das wäre Führung, das wäre eine Vision die Wahrscheinlichkeit dass das weiter so in einen schleichenden Tod führt.
00:12:57: Das ist eigentlich die Erfahrung die wir jetzt in der letzten Zeit gemacht haben.
00:13:01: Und wenn wir eigentlich in Deutschland im Jahr zwei tausend sechsundzwanzig eines gelernt haben müssen dann Weiterso Ist kein Erfolgsrezept.
00:13:08: Im Gegenteil Es hat uns an den heutigen Abend geführt.
00:13:12: Ich glaube, das würde jeder bestätigen in der Tat.
00:13:16: Das heißt du sagst eine Bundesregierung muss jetzt den Mut haben für echte spürbare Reformen, ne?
00:13:22: Für eine Steuerreform die auch wirklich zu mehr Geld im Portemonnaie führt... ...für eine Arbeitsmarktreform, die Lust auf mehr Arbeit macht,... ...für Energiepolitik, die auch zu spürbaren niedrigeren Energiepreisen sorgt.
00:13:35: Den Mut vorderst du ein, das ist nachvollziehbar.
00:13:39: Aber wie grenzt man sich dann dagegen ab, mit Stimmen von ganz rechts oder ganz links Politik zu machen.
00:13:47: Wäre das nicht ein Problem?
00:13:48: Dazu müssen wir jetzt was sagen – wenn die Brandmauer nicht mehr da ist, wie sichert man sich gegen den Einschluss von Extremisten links und rechts ab?
00:13:57: Durch rote Linien, die wir von R-Eineundzwanzig lange diskutiert und vertreten haben.
00:14:03: Rote Linie, die Themen markieren statt Menschen auszugretzen!
00:14:07: Das heißt ... Wenn man mit solchen roten Linien eigene Positionen definiert und die dann auch vertritt.
00:14:16: dann ist es auch egal, wer den eigenen richtigen Positionen zustimmt.
00:14:23: Dann wirbt man für die eigenen Positionen – ja und das ist eigentlich Demokratie!
00:14:27: Das ist auch Parlamentarismus.
00:14:29: Für die eigenen als richtig erkannten Position zu werben.
00:14:32: Und was das voraussetzt, ist Selbstbewusstsein.
00:14:34: Und da muss ich nicht ständig in der Defensive sein ob da jemand zustimmen würde, der eigentlich nicht zustimmen sollte.
00:14:41: wenn ich dass als richtig Erkante Vorschlage und Vortrage Ist das etwas, wozu ich stehe und dann muss ich mir überhaupt keine Gedanken darüber machen.
00:14:49: Ob jemand der dem zustimmen, dem auch zustimmen sollte für dass er es richtig erkannte nach Mehrheiten zu suchen ist des Königsprinzip von Demokratie.
00:15:00: Wir schauen nicht links wir schauen nichts rechts wir schauen nur gerade aus und machen sie die Uhr pur.
00:15:04: Das war ja auch die Ansage von Friedrich Merz selbst Und zwar noch kurz bevor er Kanzler wurde
00:15:09: Und wir würden als Denkfabrik für bürgerliche Politik jetzt gar nicht sagen CDU-Pur, sondern bürgernische Politik pur.
00:15:16: Aber die lässt sich ja bürgeliche Reformpolitik – du hast auch vorhin die wesentlichen Inhalte genannt – die sind doch allen?
00:15:22: Die sind übrigens auf Friedrich Merz völlig klar!
00:15:25: die liegen auf dem Tisch und eine solche bürgerliche Reformpolitik zu verfolgen.
00:15:30: Ich will das übrigens nochmal sagen, dass ist etwas wenn du heute ne Meinungsumfrage machst wo du wahrscheinlich bei AfD-Wählern keine Zustimmung findest bei SPD-Währlern Keine.
00:15:40: da hast Du auch Anhieb keine Mehrheit dafür.
00:15:42: aber so wie Du es allein selbst gerade formuliert hast Ist das eine bürgernische Reformpolitik die nicht so sauretöpfig daherkommt sondern Die ja mit der Verheißung verbunden ist dass wir dieses Land hier wieder zukunftsfähig machen, dass wir dazu Anstrengungen auf uns nehmen müssen.
00:15:59: Auch bei allen Ansätzen müssen alle etwas beitragen müssen aber das das positive Ziel hat dieses Land wieder bettbewerbsfähig und zukunftspfähig zu machen.
00:16:10: Und das Entscheidende in der Auseinandersetzung jetzt komme ich nochmal weil du vorhin sagst was ist wenn Rechte zustimmen?
00:16:16: Das entscheidende Element, um die Auseinandersetzung sowohl mit Neurechten als auch mit linken Parteien zu führen ist eine eigene Reformagenda zu haben und ein eigenes Narrativ, ein eigener Zukunftsversprechen zu haben.
00:16:31: Und wenn wir mit einer bürgerlichen Zukunftsvision Politik machen Dann können wir im Grunde doch das leisten, was Heiner Geißler seinerzeit mal gesagt hat.
00:16:41: Nur wenn die von uns selbst begeistert sind, können wir auch andere
00:16:44: begeistern.".
00:16:44: Ich glaube schon dass diese bürgerliche Reformpolitik eine Zukunftsagenda sein kann, die dann eben bei allen Anstrengungen und Einschränkungen, die damit verbunden sind, eine positive Vision entfalten kann denn es geht um das Land.
00:17:01: Und eine bessere Zukunft für dieses Land und für unsere Enkel.
00:17:07: Und ich finde ehrlich gesagt, wenn solche Gesetze in den Deutschen Bundestag eingebracht werden ja dann müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn es da nicht auch ein paar vernünftige, vernunftorientierte Abgeordnete bei SPD oder Grünen gibt die auch sagen natürlich will ich für kluge Reformpolitik meine Hand heben im Bundestag.
00:17:25: Aber dann wären wir doch an dem Punkt und insofern kann so eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten auch eine Chance für die Demokratie sein, dass wir nicht ständig in diesen Blockabstimmungen nach Parteien sind.
00:17:37: In denen die CDU alles ablehnt was die Grünen einbringen und alles ablehnend was die AfD einbringt sondern indem man Dinge vorlegt wechselnden Mehrheiten sucht und über die Sache redet.
00:17:50: Und dann kommen wir doch an den Punkt, wo wir über Sachen reden können – ich finde das ist eigentlich eine Chance für die Demokratie!
00:17:57: Wir müssen nur bereit sein mal out of the box zu denken an das ganze, an das Land und an die Reformpolitik zu denken und nicht immer nur in diesen eingefahrenen Bahnen einer völlig festgefahrenen Parteipolitik zu denken….
00:18:12: Never Waste a Good Crisis hat, glaube ich, Winston Churchill gesagt.
00:18:15: und vielleicht ist diese Krise des heutigen Wahlabends auch für die Partei in der Mitte eine gute Gelegenheit sich auf ein neues Politikmodell einzulassen.
00:18:24: Und sich auf diesen neuen vielleicht manchmal ein bisschen anstrengenderen Weg der wechselnden Mehrheiten zu machen.
00:18:30: Es ist ein Risiko, aber es liegt eine Chance darin und ich finde es gut wenn man in dieser Schockstare die heute Abend eingetreten ist genau das identifizieren würde was du gerade sagst.
00:18:40: Jetzt müssen wir nochmal ganz kurz ohne in die Details gehen zu können aber ein Wort verlieren über Risiken die solche Modelle der wechselnden Mehrheiten haben.
00:18:49: im Parlament könnte man sich ja schon vorstellen, dass der eine oder andere Sorge hat das als NATO-Mitglied Deutschland auf der internationalen Bühne ein verlässlicher Partner sein muss und dass man deswegen eine stabile Koalitionsmehrheit braucht.
00:19:03: Was würdest du so jemandem sagen?
00:19:06: Das ist immer so ein Denken in dem Tategorien, dass alles so bleiben muss wie es ist.
00:19:11: Weil alles so ist wie es war.
00:19:13: Erstens stimmt dieses Argument für eine Reihe von europäischen Ländern nicht.
00:19:17: da haben wir handlungsfähige Regierungen mit Minderheitsregierungen und zweitens muss ich sagen eine stabile Regierung die dadurch handlungsunfähig ist auch nicht besser.
00:19:28: also insofern muss man glaube ich nur bereit sein auch mal out of the box zu denken am hergekommenen Fest zu halten, nur weil es immer schon so war.
00:19:38: Ja das stimmt ehrlicherweise denn auch wenn wir jetzt einen stabilen Koalitionsvertrag und eine stabile Koalationsmehrheit haben anstreit um die Linie der Regierung und dass Regierungshandeln mangelt ist tatsächlich nicht.
00:19:49: also das kann man tatsächlich nicht sagen.
00:19:51: Das heißt die Einwände gegen wechselnde Mehrheiten sind am Ende gar nicht so stark und es gibt eigentlich wenig Gründe die dagegen sprechen.
00:19:58: Also man kann diese Einwände durchaus haben.
00:20:01: Wir reden ja hier auch nicht mit Leibniz gesprochen von der besten aller möglichen Welten, die wir uns jetzt hier gebastelt hätten.
00:20:07: aber wir reden davon dass wir mit einer Situation zurechtkommen müssen, die übrigens niemand anders herbeigeführt hat als der Wähler und der Wählern ist in einer Demokratie nach wie vor der Souverän und damit muss man kreativ umgehen und ich finde es allemal richtig wie gesagt diese Dinge aufzugreifen Out of the Box zu denken, sich etwas Neues zu überlegen statt an Dingen festzuhalten von denen wir doch längst festgestellt haben dass sie nicht funktionieren.
00:20:35: Andreas damit haben wir fast schon ein schönes Schlusswort wenn das die Lektion aus dem heutigen Abend ist.
00:20:40: das lässt uns doch zuversichtlich nach vorne schauen
00:20:42: und wenn wir mit R-Aufwärts in der Lage sind so einer solchen Vorstellung zu einer solchen Strategie einen Beitrag zu leisten dann wäre das genau das was wir mit r-Auswärms für die deutsche Öffentlichkeit erreichen wollen.
00:20:56: Vielen Dank für das Gespräch, Prof.
00:20:58: Dr.
00:20:58: Andreas Röder!
00:20:59: Danke dir, Andreas!
00:21:00: War mir ein Vergnügen – vielen Dank!
00:21:03: Und das war die dreizwanzigste Folge von Freiharaus dem Podcast von R-Einundzwanzig der Denkfabrik für neue bürgerliche Politik.
00:21:10: Wenn Ihnen unser Gespräch gefallen hat abonnieren Sie frei heraus auf der Plattform Ihres Vertrauens und wenn sie unsere Arbeit fördern möchten helfen wir uns auch finanziell Denn R-einund zwanzig ist als unabhängige Denk fabrik auf private Spenden angewiesen.
00:21:23: Auf unserer Homepage können Sie Fördermitglied werden oder einfach direkt spenden Denn wir haben tatsächlich noch viel vor.
00:21:29: Vielen Dank für Ihr Interesse, bis zum nächsten Mal!
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